Rad Race Crit Köln


Zwei enge 180° Kurven, dazwischen je 700 Meter-Geraden mit schnellem Asphalt – und neben Ex-Profifahrern auch der Sechstplatzierte vom Red Hook Crit Brooklyn am Start: Es war klar, dass das Rennen kein Vergnügen werden würde. Die 114 Fahrer*innen drängten sich hinter dem Führungsmotorrad durch die erste neutralisierte Runde, um danach aus bestmöglicher Position auf die erste Haarnadelkurve lossprinten zu können. Bei so vielen (unterschiedlich guten) Fahrer*innen kann es leicht zum Verhängnis werden, wenn man zu weit hinten in die Kurve geht (Ziehharmonikaeffekt).

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Wir waren mit Steffen, Jan, Thatchai, Max und Jörn anfangs noch sicher im ersten Drittel des Feldes unterwegs, doch es war klar, dass die 40 Antritte von Tempo 20 auf gut 50 aus den Kurven raus früher oder später ihren Tribut zollen würden.

Das Tempo war (wie sollte es anders sein, auch Rad Races sind mittlerweile international bekannte große Rennen und kein Geheimtipp mehr) von Beginn an hoch.

Jan und Steffen wurden leider durch einige frühe Attacken eliminiert, doch Max und Jörn konnten sich bis Runde zehn sogar an der Spitze des Rennens positionieren. Der Wertungssprint sprengte dann sogar die Spitzengruppe, und als Olivier Leroy danach attackierte, konnten nur Bram Linnartz (TeamWit) und Eike Haumann (Team Standert) die Verfolgung aufnehmen. Kurz dahinter sahen Max und Jörn ihre Chance: sie hatten eine Lücke nach hinten und kämpften sich zu ihren Lieblingsgegnern vor.

Olivier Leroy fuhr vorne weg, nachdem ihm das Tempo der anderen zu soft war (!) – aber mit Max und Jörn in einer Vierergruppe vor dem abgehängten Feld sah es für eine halbe Runde sehr vielversprechend für uns aus.

Dann stürzte Jörn aufgrund eines Fahrfehlers in der Haarnadelkurve, wurde dabei von der ersten Hauptgruppe überholt und fand sich isoliert im Niemandsland wieder, bis eine zweite Verfolgergruppe ihn einholte.

Max kämpfte tapfer an der Spitze und die Chancen stiegen, da sie das Feld sicher auf Abstand halten konnten. Leider unterlief auch Bram Linnartz in derselben Kurve ein Fahrfehler und alle drei gingen in die Bande. Als erfahrener Cyclocrosser war Max in Nullkommanichts wieder auf dem Rad, aber auf den letzten drei Runden wurde die Gruppe von der Verfolgergruppe geschnappt.

Während Olivier Leroy sich den erwarteten Solo-Sieg holte, reichte es bei Max im Sprint aus der Gruppe nur für Platz Sechs.

Jörn musste sich leider mit damit begnügen, den Sprint aus seiner Gruppe zu gewinnen und landete auf Platz 12. In dieser Gruppe gab es auch auf den letzten Runden noch schwere Stürze auf der Zielgeraden inklusive Schlüsselbeinbruch, so dass nur mit leichten Schrammen und unversehrtem Trikot (!) und Material ins Ziel zu kommen, schon als Erfolg anzusehen ist.

Jan, Thatchai und Steffen kamen unversehrt, aber erledigt auf den Plätzen 30, 34, 40 und Paul konnte seinen Traum nicht Letzter zu werden erfolgreich in die Tat umsetzen.

Maria arbeitet sich zusammen mit einer Fahrerin über Runden an das Peloton aus 5 Frauen heran und. Die zwei Ausreißerinnen waren aber nicht mehr einzuholen. In der letzten Runde gelang es aus dem Peloton 2 Frauen auszureißen und so gelang es Maria als 7. rein zufahren. Heike, die noch nicht viele Erfahrungen in so technisch schwierigen Kursen gesammelt hat, gelang es zusammen mit einer weiteren Frau das Rennen zu beenden und kam als 10. ins Ziel.

Fazit

Ein Kurs der bestenfalls als “nett für die Zuschauer*innen” zu bezeichnen ist, zu viele Fahrer*innen und Stürze – nach unserem Sieg mit Max im letzten Jahr hatten wir andere Erwartungen an das Rennen. Zum Glück sind alle ohne größeren Schaden davon gekommen. Wir sind jetzt doppelt hungrig auf die fixed42-WM in Berlin am kommenden Sonntag, um zu zeigen, dass mit uns zu rechnen ist.

Wann und wo

11. Juni 2016, Köln

Funfacts

Max hatte kurz vor dem Rennen einen Platten am Schlauchreifen, konnte das defekte Ventil aber in letzter Sekunde vor dem Start wechseln. Jörn stürzte an der gleichen Stelle wie im Vorjahr, konnte aber im Vergleich zum Vorjahr einen Platz besser finishen. Später stürzte er sogar nochmal, als er von dem Rennen nach Hause fahren wollte: seine Beine weigerten sich wieder treten zu müssen und er kippte im Stehen zur Seite um

Nice to know

Max und Maria fuhren bereits weniger als 12h später bei “Rund um Köln” das 130km-Jedermann Rennen. Das Rennen wurde live im Netz übertragen und ist auch weiterhin als Stream verfügbar.

Jörn nahm auch dieses Rennen mit einer Onboard-Kamera auf.

Platzierungen

Max 6. Platz
Maria 7. Platz
Heike 10. Platz
Jörn 12. Platz
Jan 30. Platz
Thatchai 34. Platz
Steffen 40. Platz
Paul 103. Platz

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