Rad Race Last (Wo)Man Standing am Heidbergring


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Last (Wo)Man Standing

Während Paul, Heike, Jan, Steffen und Nils bereits Freitagabend schon ihre Zelte aufgeschlagen hatten, kam der Rest erst Samstag morgen. Jörn und Sebastian waren gleich um 11:00 in der ersten Qualigruppe dran – so hatten sie nicht viel Zeit sich vorher auf den Kurs einzustimmen.
Dies wurde Sebastian leider zum Verhängnis, so dass er die Quali nicht überstand.

Das rundenbasierte System beim Last Man Standing führt dazu, das man zwischen den Läufen oft lange Pausen hat – Jörn war danach z.B. erst um 14:20 wieder dran.

Neben Sebastian überstand lediglich Paul die Qualirunde nicht – aber bei ihm gelten eh andere Ziel: dass er nicht letzter wurde war Grund genug für alle mit ihm zu feiern.

Der Nachmittag zog sich also hin und wenn man noch dabei war hieß es immer wieder aufwärmen – fahren – abwärmen – essen – die anderen anfeuern – seine Zeiten im Blick behalten – relaxt bleiben. Gar nicht so leicht eigentlich. An dieser Stelle Danke an Irie Daily für den Pavillon, der uns einen Rückzugsort bot.

Zu erwähnen ist definitiv der Move des Tages von Thatchai: zunächst auf den hinteren Rängen im Viertelfinale, musste er sprinten um nicht direkt rauszufliegen und mogelte sich zwischen zwei anderen Fahrern mittendurch – doch danach nutzte er seinen Schwung um den Anschluss an die 4-köpfige Spitzengruppe zu schaffen und sich von denen safe in die nächste Runde eskortieren zu lassen.

Letztendlich kamen Jan, Thatchai und Jörn ins Halbfinale, und dank des vorher festgelegten Systems mussten sie dort alle gegeneinander fahren. Zu den Gegnern gehörten u.a. noch drei Topfahrer von 8Bar, der Favorit Alex Müller von den Maloja Pushbikers, Marcel Salwender von SM-Parts und Ivan Morf von Schindelhauer – also eigentlich schon ein komplettes Fahrerfeld fürs Finale. Keine leichte Aufgabe weiter zu kommen, doch die Jungs dachten sich: mit drei Fahrern stehen unsere Chancen recht gut, zumindest im Finale vertreten zu sein.
Thatchai überstand die erste Runde (s.u.), Jan noch zwei weitere, Jörn schaffte es ins Finale.

Anfangs noch aufgeregt und vergleichsweise unsicher auf der Strecke, wurde er von Rennen zu Rennen konzentrierter. Auch als dann kurz vorm Finale der Platzregen die Strecke überschwemmte brachte ihn das nicht aus der Ruhe, wohlwissend dass er dafür technisch erfahren genug ist.
So stand er neben im Finale neben drei “Weltmeistern” – Johannes Killisperger von Messpack als frisch gebackener Weltmeister der Fahrradkuriere, Alex Müller als diesjähriger und Sebastian Körber als letztjähriger Fixed42-Weltmeister (und Titelverteidiger auf dem Heidbergring). Auch die anderen Fahrer waren teilweise aktive oder ehemalige Profis.

Jörns Taktik war klar: im Sprint möglichst nicht letzter werden (nicht leicht bei der Konkurrenz) und seine Stärken in den technischen Abschnitten ausspielen (etwas leichter). So machte er schnell Plätze in den zwei 180° Haarnadeln gut und arbeitete mit Johannes zusammen, um jede Runde für die hinteren Fahrer so hart wie möglich zu machen. Auch Versuche, ihn von seiner Linie abzudrängen, konterte er sicher und arbeitete sich von Runde zu Runde.

Nach 5 Runden zog er selbst dann den Kürzeren im Sprint – ein superstarkes Ergebnis.
Bei den Frauen hatte Heike leider Pech und kam nicht über das Qualifying hinaus – aber auf den Fotos sieht es trotzdem so aus als hätte sie Spaß gehabt 😉

Time Trial

Ein ganz neues Format bei RadRace – und ein paar von uns waren sofort begeistert. Andere waren anfangs noch skeptisch – das Rennen sollte Sonntag vormittag stattfinden, was eindeutig als Angriff auf die Afterparty am Abend zuvor gesehen wurde.

Wir starteten mit Steffen, Thatchai, Jan und Jörn und waren damit gut aufgestellt – doch die Konkurrenz war hart. Vorgelegt hatten das Canyon Radpack (auf Rennrädern) mit der schnellsten Zeit, dahinter Team 8Bar und Messpack Berlin auf virtuellen Plätzen 2 und 3.

Unser Plan war, dass Jan und Jörn vorne Dampf machen und Steffen (der seine Rückenverletzung immer noch nicht komplett auskuriert hatte) und Thatchai hinten das Kommando haben – wie gesagt es zählt der dritte Fahrer, da nützt es nichts wenn er abgehängt wird und alleine hinterher fahren muss.

Das Konzept ging auf und wir fuhren geschlossen durch die Kurven und gaben Gas sobald alle bereit waren. Das zeigte sich,indem wir mit allen 4 Startern gemeinsam nach 5 Runden über die Ziellinie fuhren (obwohl nur die schnellsten 3 gewertet werden).

Gefühlt waren wir ziemlich schnell, und ohne das Ergebnis zu kennen schon mega Stolz auf unsere fahrerische Performance. Als es dann von Ingo (RadRace) hieß: “Platz 4 … für Team Messpack, Fixedpott war schneller! Zeit: 05:43,789!” konnten wir unser Glück kaum fassen.

Das Rennen war schließlich eine Herzensangelegenheit, konnten wir hier nach langer Zeit mal wieder ein Ausrufezeichen setzen und zeigen, dass wir zu den schnellsten Teams in Deutschland gehören.
Aber noch war es nicht ganz so weit, es sollten noch insgesamt 4 weitere Teams nach uns starten. Darunter auch Team Schindelhauer mit Paul Göhrke, der schon am Vorabend den Rundenrekord aufgestellt hatte, und Ivan, welcher im Finale 6. wurde. Es wurde mega spannend: lagen sie die ersten 3 Runden noch ein paar Sekunden hinter uns, übernahm Paul das Tempo in Runde 4 und gab Vollgas.

Ingo machte es bis zur Siegerehrung spannend und verriet nicht, ob es für uns für Platz 3 gereicht hatte. Dort hieß es dann aber “mit einer Zeit von 05:43.967 und damit auf Platz 4 – Team Schindelhauer…” und wir blieben 0,178 Sekunden Vorsprung Dritter!

Ein wohlverdienter Abschluss eines der besten Wochenenden des Jahres. Wir hoffen weitere Möglichkeiten in der Zukunft, uns in dieser “neuen” Disziplin beweisen zu können.

Wann und wo

12. August 2016, Geesthacht (bei Hamburg)

Funfacts

  • Maria wollte am Sonntag die Jungs beim Zeitfahren anfeuern kommen, doch die waren so schnell, dass sie bereits im Ziel waren als Maria noch unterwegs war

Nice to know

  • Wie auch im letzten Jahr kamen Jörns Eltern aus Hamburg um ihn anzufeuern. Überzeugt von seinen Fähigkeiten tauchten sie aber erst zum Finale auf.
  • Jan hatte zuvor viel auf dem Standert Rahmen sein Kurventechnik geübt und ließ Jörn beim freien Training kurz vor Beginn seiner Quali wie einen blutigen Anfänger aussehen
  • Zum Finale ging RadRace auf Facebook live, der Mitschnitt kann hier weiterhin angesehen werden

Platzierungen

TeamTimeTrial #3, Jörn #5, Jan Top 15, Thatchai Top20, Heike Top20, Steffen Top 40,  Nils Top 80, Paul & Komander nicht letzter

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